
Die britische Firma Alvis begann ursprünglich mit der Fabrikation von Kolben, bevor 1920 auch das erste Auto gebaut wurde. Erfolgreich wurde die Marke erst mit dem Alvis 12/50 von 1924. Der Prototyp erreichte auf der Rennbahn von Brookslands bei London eine erstaunliche Durchschnittsgeschwindigkeit von 138 km/h. Für die Serienfahrzeuge wurden 50 PS bei 1.496 ccm Hubraum und 112 km/h Spitzengeschwindigkeit angegeben. Im Rennsport erzielte Alvis bald einige beachtliche Erfolge. Die Rennwagen wurden zusätzlich mit Kompressoren ausgestattet.
1925 erschien ein Modell, das seiner Zeit technisch weit voraus war, es hatte einen Vorderradantrieb und eine Alukarosserie. Serienmäßig gehörte der Vorderradantrieb bei Alvis 1928 zur Ausstattung.
1933 wurde der Silver Eagle mit einem Sechszylindermotor vorgestellt. Das Auto wurde nicht sehr gut verkauft, weil es für seine Zeit zu teuer war. Erfolgreicher war das Modell 12/60, ein sportliches Alltagsauto mit zwei Vergasern, 1.645 ccm Hubraum und 52 PS, 120 km/H schnell. Der 12/60 wurde jedoch konventionell an der Hinterachse angetrieben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Alvis TA 21 die erste Neukonstruktion, die in Coventry gebaut wurde. Die Karosserie war traditionell, im Stil der damals aktuellen Modelle von Bentley und Daimler. Die geräumige Limousine hatte einen Motor mit 6 Zylindern in Reihe, 91 PS, Hinterachsantrieb, und erreichte 136 km/h. Neu war die Einzelaufhängung der Vorderräder an Dreiecklenkern und Schraubenfedern und eine hydraulische Bremsanlage. Die ersten Motoren hatten noch 84 PS, ab 1951 91 PS. Das Triebwerk aus dem Alvis TA 21 wurde in mehrfach modifizierter Form bis zum Ende der Firma im Jahr 1967 weitergebaut.
1955 kaufte Alvis dem Schweizer Hermann Graber die Rechte an seinen Karosseriedesigns ab und dazu die Werkzeuge und Maschinen des Schweizer Karosseriebauers. In Kleinauflagen wurden die Karossen nun in England produziert.
Der Alvis TC 21 von 1959 wurde mit einer Karosserie von Park Ward ausgestattet, der Karosserien für Rolls Royce herstellte. Weitgehend wurden jedoch noch die Linienführungen von Graber übernommen. Wieder kam ein 6-Zylinder Motor zum Einsatz, der bei 2.993 ccm Hubraum 118 PS leistete und für eine Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h sorgte. Ein Coupé und ein Cabrio waren wie schon beim Vorgängermodell lieferbar. Zu den technischen Neuerungen gehörten Scheibenbremsen vorne, ein Overdrive oder wahlweise eine Borg-Warner-Automatik. Im August 1963 erhielt der TC 21 vier Scheibenbremsen und ein Fünfganggetriebe. 1964 wurde das Modell überarbeitet und als TE 21 angeboten, die letzte Variante war der TF 21, der bis 1967, als Alvis die Firma schließen musste, im Programm blieb.