
Von den Anfängen bis 1962.
Alfa ist die Abkürzung für Anonima Lombardo Fabbrica Automobili - Automobilfabrik der Lombardei. Alfa Romeo ist der Inbegriff italienischer Sportwagen. Gegründet wurde die Fabrik jedoch ursprünglich von einem Franzosen: Alexandre Darraq, der bereits vor 1900 in Frankreich eine Autofabrik gründete und durch leichte, schnelle Rennwagen bald international bekannt war.
1906 errichtete Darraq in Mailand eine Tochterfirma, die bald in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Einige Industrielle erwarben 1909 die Mailänder Werkstätten und änderten den Namen in Alfa.
1910 wurde der erste Alfa angeboten und hatte als Emblem das rote Kreuz aus dem Mailänder Stadtwappen und die Schlange aus dem Wappen der lombardischen Adelsfamilie Visconti.
Die Automarke wurde rasch bekannt, obwohl die ersten Alfas bei berühmten Autorennen, wie der Targa Florio, keine großen Erfolge erzielten. Der Verkauf der Fahrzeuge ließ trotzdem zu wünschen übrig.
Finanzielle Hilfe erhofften die Eigentümer von Nicola Romeo, der eine Firma für Bergbaumaschinen betrieb. Im Dezember 1915 übernahm Romeo Alfa, ab 1918 wurde die Firma in Alfa Romeo umbenannt.
Bei Alfa Romeo wurden nun gleichermaßen Serienwagen wie Rennwagen konstruiert. Einer der Rennfahrer, die für Alfa an den Start gingen, wurde später weltberühmt: Enzo Ferrari.
1923 kam es zum ersten großen Rennerfolg. Ugo Sivocci siegte bei der Targa Florio mit einem 95 PS starken Alfa Romeo RL TF. Zwei Jahre später siegte ein Alfa Romeo P 2 bei der Grand-Prix Weltmeisterschaft.
Die ersten Serienwagen von Alfa waren Nobellimousinen mit Motoren von 6 und mehr Litern Hubraum. Ende der Zwanziger Jahre geriet Alfa in eine Krise. Pro Jahr wurden nur etwa 1.000 Autos hergestellt, aber die ließen sich während der Weltwirtschaftskrise kaum noch absetzen.
Die Firma stand kurz vor dem Bankrott, als Alfa mit ausländischen Lizenzen die Produktion von Flugmotoren, Dieselmotoren und Lastkraftwagen aufnahm. Die Produktion von Automobilen betrug bald nur noch ungefähr 5 % der Gesamtproduktion, zwischen 1930 und 1940 wurden nur wenige 1.000 Autos hergestellt. Dafür nahm man Ende der 30er Jahre sogar die Herstellung von Flugzeugen auf, wozu in Pomigliano d'Arco ein neues Werk errichtet wurde.
Im Rennsport war Alfa weiterhin aktiv. Dafür wurden zunächst die Typen 6C und 8C (die Zahlen der Typen entsprachen der Anzahl an Zylindern) hergestellt. 1931 wurde ein Motor mit 12 Zylindern und 230 PS bei 3,5 Litern Hubraum gebaut. Dieser Motor wurde aus zwei bereits bewährten Motoren gebaut, die zu einem zusammengefügt wurden, dem Kompressormotor mit 1750 ccm Hubraum.
1933 wurde schließlich auch zu einem schwarzen Jahr im Rennsport. Alfa Romeo kündigte an, keine Werksrennwagen mehr einzusetzen und diese Fahrzeuge auch nicht an private Rennställe abzugeben. Privatfahrer starteten natürlich weiterhin auf Alfa Romeos, aber 1939 verunglückten gleich zwei Alfa-Piloten bei Rennen tödlich.
Schon 1934 änderte Alfa die Rennsportpolitik. Man kündigte an, Wagen der 750 Kilogramm-Formel an Privatfahrer zu verkaufen. (Nach dieser Formel durfte ein Rennwagen ohne Fahrer, Kraft- und Schmierstoff und ohne Reifen nicht mehr als 750 kg wiegen).
Enzo Ferrari betrieb damals bereits seinen eigenen Rennstall und regte den Bau von zwei ganz außergewöhnlichen Rennwagen an, die 1935 schließlich fahrbereit waren. Der Rennfahrer Nuvolaris startete so auf einem Alfa mit zwei Achtzylindermotoren von je 3,2 Litern Hubraum, sein Kollege Louis Chiron fuhr einen Alfa mit zwei 2,9 Liter Motoren. Bei beiden Fahrzeugen waren je ein Motor vorn und hinten angeordnet.
1938 wurde das Reglement für Grand-Prix-Wagen neu geschaffen. Motoren mit Kompressor durften nun maximal 3 Liter Hubraum haben, Motoren ohne Kompressor 4,5 Liter. Unter dem Namen Alfa Corse engagierten sich die Mailänder nun wieder im Rennsport.
Drei neue Kompressor-Motoren wurden gebaut: ein Reihenmotor mit 8 Zylindern und 295 PS, ein Zwölfzylindermotor in V-Form mit 320 PS und ein V-16 Motor mit 350 PS. Gegen die deutschen Silberpfeile von Mercedes und Auto Union hatten die Alfas dennoch keine Chance.
Drei Bombenangriffe in den Jahren 1943 und 1944 zerstörten das Mailänder Werk fast ganz. Nach Kriegsende begann man sofort wieder mit der Herstellung von Rennwagen. Daneben produzierte Alfa alles, was man brauchte und verkaufen konnte: Elektroherde, Puffer für Eisenbahnwaggons, Fensterrahmen komplett mit Scheiben und Rollos und Straßenwalzen.
Das erste, nach dem Krieg völlig neu entwickelte Serienauto war der Typ 1900 von 1950. Als TI war er mit einem Motor von 115 PS ausgestattet.
Für die Giulietta Sprint von 1954 schneiderte Nucio Bertone die Karosserie. 1955 erschien der Giulietta Spider mit einer Karosserie von Pinin Farina. 1962 wurden die Giuliettas durch die neue Reihe der Giulias mit völlig neuen Motoren abgelöst.