Adler

Kategorie: Geschichte
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Adler

Bei Adler in Frankfurt wurden schon jahrelang Fahrräder und Schreibmaschinen hergestellt, bevor Adler auch Autoteile baute. Ende des 19. Jahrhunderts lieferte Adler Speichenräder an Benz. Inspiriert von den neuen Kleinwagen, die Renault baute, beschloss Heinrich Kleyer, der damalige Inhaber von Adler, auch Autos herzustellen.

Die ersten Adler wurden bereits mit einer Kardanwelle und nicht mit dem damals üblichen Kettenantrieb versehen. Technisch waren sie jedoch nichts Besonderes.

Für den ersten Adler von 1902 verwendete man einen Einzylindermotor von De Dion; das Auto hatte einen Motor mit 400 ccm Hubraum und 3,5 PS, erreichte 30 km/h Höchstgeschwindigkeit und war vermutlich das erste Serienmodell in Deutschland mit Kardanwelle.

Adler war vermutlich auch eine der ersten Autofirmen, die Literaturgeschichte schrieb. Der Dichter Otto Julius Bierbaum fuhr mit seinem Adler nach Italien und veröffentliche das Buch "Eine empfindsame Reise im Automobil" über seine Fahrt.

1902 wurde Edmund Rumpler Ingenieur bei Adler und entwickelte zwei neue Motoren (12 HP mit zwei Zylindern und 24 HP mit vier Zylindern).

Adler-Automobile genossen bald nicht nur in Deutschland einen sehr guten Ruf. In England übernimmt der Karosseriebauer Morgan die Adler-Vertretung und baut auf die Adler-Fahrgestelle eigene Karossen.

Beim Adler 15/40 HP von 1913 (3,9 Liter Motor, 45 PS) baut Adler erstmals einen Spitzkühler und abnehmbare Rudge-Speichenräder ein.

Nach dem Ersten Weltkrieg baut Adler verschiedene Typen, erzielt jedoch nur mit dem Modell 6/25 HP (1,6 Liter Motor, 25 PS) von 1925 einen guten Absatz. Mitte der 20er Jahre konstruierte Adler die ersten Motoren mit sechs Zylindern mit 2,6 und 4,7 Litern Hubraum. Der kleinere Favorit mit 1,9 Liter Motor bekam 1928 Hydraulikbremsen.

1932 wurden die Modelle Trumpf und Primus vorgestellt, die optisch weitgehend identisch waren. Der Trumpf hatte jedoch Einzelradaufhängung und Vorderradantrieb. Adler verkaufte vom Trumpf bald mehr Exemplare, als andere deutsche Hersteller in derselben Fahrzeugklasse absetzen konnten. Der Trumpf wurde mit einem Vierzylinder Reihenmotor von 32 PS ausgerüstet, eine Motorvariante mit 38 PS folgte kurz darauf. Bei der Internationalen Alpenfahrt 1933 und anderen Rennsportveranstaltungen erzielte Adler gute Erfolge mit dem Trumpf.

1933 wurde die Modellreihe um den Roadster Trumpf Sport (auch Super Trumpf) mit 47 PS ergänzt und 1934 folgte der Trumpf Junior mit 1 Liter Motor und 25 PS.

Der Primus hatte zwar den konventionellen Hinterradantrieb und Starrachsen, erhielt jedoch hydraulische Bremsen. Angetrieben wurde der Primus von dem 32 PS Motor, der auch in den Trumpf eingebaut wurde. Ab 1933 gab es den Primus dann auch mit der 1,7 Liter Maschine mit 38 PS.

1934 stellt Adler den Diplomat mit sechs Zylindern und zwölf Ventilen vor, bei einem Hubraum von 2.916 ccm leistete er 60 PS und brachte den Wagen auf 105 km/h Spitze. Die Karosserie für das Cabrio wurde zuerst bei Autenrieth hergestellt, von 1936 bis 1938 bei Karmann. Beim Diplomat wurde wieder konventionell die Hinterachse angetrieben. Ab 1939 wurde der Diplomat im Deutschen Reich nicht mehr an Privatleute verkauft, es wurden vermutlich noch bis 1940 Exemplare für die Wehrmacht und den Export produziert.

In den 30er Jahren experimentierte Adler wie viele andere Hersteller mit aerodynamischen Autos. Die Herstellung von Stromlinienwagen stand in enger Verbidung zum Rennsport, Adler erzielte 1935 und 1936 insgesamt 22 internationale Rekorde und viele Rennsportsiege.

Der Adler Trumpf 1,5 Liter Stromlinienwagen von 1936 wurde direkt aus den Rekordmodellen entwickelt. Der Trumpf Stromlinienwagen wurde in Leichtbauweise gefertigt: die Aluminiumkarosserie wurde auf einen Stahlrohrrahmen gesetzt, die Seitenfenster waren aus Plexiglas. Mit 129 km/h Höchstgeschwindigkeit war der Stromlinienwagen fast 32 km/h schneller als das Standardmodell. Es wurde auch ein Coupé mit langer Übersetzung gebaut, das sogar 150 km/h Spitze erreichte.

Großes Aufsehen erregte 1938 der Adler 2,5 Liter Sport. Das Auto war ganz auf günstige Fahreigenschaften und geringen Luftwiderstand bei schnellen Autofahrten abgestimmt. Der 2,5 Liter Sport hatte wieder einen Heckantrieb, der Motor mit sechs Zylindern in Reihe und seitlich stehenden Ventilen wurde weit nach vorn verlagert, um die Fahreigenschaften zu verbessern. Mit 2.494 ccm Hubraum und 80 PS erreichte der 2,5 Liter Sport ca. 150 bis 153 km/h Spitze. Das Getriebe hatte vier Gänge, Trommelbremsen an allen vier Rädern sorgten für die Verzögerung.

Der 2,5 Liter Sport und der ebenfalls 1938 vorgestellte Adler 2 Liter waren die letzten Autos von Adler. Der Adler 2 Liter löste den Trumpf ab. Beim Motor wurde der Hubraum auf 1,9 Liter vergrößert, die Leistung stieg auf 45 PS. Beim Adler 2 Liter wurden wieder die Vorderräder angetrieben. Auf eine hydraulische Bremse wurde wie beim Trumpf verzichtet.

Bei Karmann entstanden Sonderkarossen des Adler 2 Liter mit sechs Fenstern. Bei Dörr & Schreck (Frankfurt/Main) wurden 1939 einige Sondermodelle als Cabrio gebaut. Die meisten Exemplare des Adler 2 Liter wurden exportiert.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Adlerwerk in Frankfurt zum Teil zerstört. Nach Kriegsende gab es bei Adler Pläne, die Autoproduktion wieder aufzunehmen und an die erfolgreichen Trumpf-Modelle anzuknüpfen. Diese Pläne wurden nicht verwirklicht, stattdessen konzentrierte sich Adler auf die Fertigung von Schreib- und Büromaschinen.

Eingeschickt am:  Fri, 07-Oct-2005, 20:36